Überblick

Aserbaidschan ist eines der ärmsten Länder der ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, und nach offiziellen Angaben leben über 90% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die politische Krise und der Abbruch der Handelsbeziehungen innerhalb der ehemaligen UdSSR führte zu einem dramatischen Produktivitätsrückgang: Zwischen 1990 und 1996 sank die Produktion durchschnittlich um 10-15% jährlich, die Inflationsrate war astronomisch. 
 
Aufgrund der stabileren politischen Lage hat sich allgemein auch die wirtschaftliche Situation seitdem gebessert. 1997 erfuhr das BIP einen Zuwachs um 5,8%, die Inflationsrate sank um 0,4%. Aserbaidschan ist immer noch überwiegend ein Agrarland, Baumwolle, Getreide, Obst und Gemüse sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Die Schafzucht spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Störzucht am Kaspischen Meer wird durch wachsende Umweltprobleme bedroht. 
 
Das Land verfügt über zahlreiche Rohstoffe (Eisenerz, Schwefelkies, Bauxit, Kupfer, Zink, Kobalt und Edelmetalle) und einige Wasserkraftwerke. Die Fertigungswirtschaft umfaßt neben der Eisen- und Stahlherstellung die Bereiche Nahrungsmittelverarbeitung, Textil- und petrochemische Industrie sowie Maschinenbau (vor allem Bohrausrüstungen) und Radio- und Fernmeldetechnik. Hauptexportgüter sind Baumwolle, Öl, chemische Erzeugnisse und Nahrungsmittel.
 
Die beträchtlichen Erdölvorkommen lassen für die Zukunft auf Auslandsinvestitionen hoffen. Die Ölvorkommen im Umland der Hauptstadt Baku sind allerdings inzwischen fast vollständig ausgebeutet. 1997 wurde die teils neue, teils neu instand gesetzte Pipeline eröffnet, die das von einem internationalen Konsortium geförderte Erdöl von Baku durch Tschetschenien zum russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk transportiert. Die Erdöl- und Erdgasvorkommen im Kaspischen Meer sind grundlegend für die künftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Unter den Anrainerstaaten ungeklärt bleibt jedoch die Frage nach dem internationalen Status des Kaspischen Meeres. Eine einfache und schnelle Lösung dieser Frage ist nicht zu erwarten. Die wichtigsten Handelspartner Aserbaidschans sind die Russische Föderation, Iran, Türkei und Deutschland. Georgien und Hongkong sind zentrale Exportmärkte für Öl und Erdgas.





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